Cuvillier Verlag

35 Jahre Kompetenz im wissenschaftlichen Publizieren
Internationaler Fachverlag für Wissenschaft und Wirtschaft

Cuvillier Verlag

De En Es
02.02.2022

Akzeptanz- und Ökonomiefragen zu Tierwohl und Smart Products in der deutschen Landwirtschaft

Big_unbenannt-1__002_

Der Preisdruck am Markt steigt. Um mit dem internationalem Wettbewerb mitzuhalten, wird die Tiernutzhaltung in Deutschland seit Jahren immer weiter industrialisiert.



Industrialisierung der Nutztierhaltung


Der Preisdruck am Markt steigt. Um mit dem internationalem Wettbewerb mitzuhalten, wird die Tiernutzhaltung in Deutschland seit Jahren immer weiter industrialisiert.

Durch diese Industrialisierung sind Betriebe enorm gewachsen: das Ziel der Betriebe ist das Wachstum und damit einhergehend die effiziente Steigerung der Produktionskapazität. Allerdings trifft diese Entwicklung auch auf viel Kritik – von radikalen Tierschutzorganisationen wird sie Massentierhaltung angeprangert, was auch in der Gesellschaft Gehör findet. Die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber der Nutztierhaltung sowie das Ansehen der Landwirte leiden darunter.



Tierwohlprogramme


Die zunehmende Kritik führte in den letzten Jahren zu der Einführung verschiedener Tierwohlprogramme in mehreren EU-Staaten, welche das Ziel verfolgen, das Tierwohl insgesamt zu verbessern.

Damit dies erreicht werden kann, sollen Landwirte entsprechende Tierwohlmaßnahmen umsetzen und dafür im Lebensmitteleinzelhandel Kompensationszahlungen erhalten. Allerdings existieren bislang keine transparenten Belege für eine Verbesserung des Tierwohls durch diese Maßnahmen. Sicher sind hingegen dadurch entstehende wirtschaftliche Einbußen für die Landwirte, da durch die neuen Vorgaben der Ertrag pro Platz eines Tieres nicht ausgeschöpft werden kann.

Durch das Bevölkerungswachstum wächst auch die Nachfrage nach Lebensmittel, was wiederum dazu führt, dass entweder die landwirtschaftlichen Betriebe ausgeweitet werden müssen und/oder die Anzahl an gezüchteten Tieren. Viele Landwirte sind solchen Ansprüchen jedoch nicht gewachsen – aus finanziellen Gründen oder aufgrund fehlender Genehmigungen und Genehmigungen mit strengen Auflagen sind sie nicht dazu in der Lage ihre Betriebe umzubauen.



Smart Farming


Um den Tierwohl-Ansprüchen gerecht zu werden, muss die landwirtschaftliche Effizienz unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele und der wirtschaftlichen Interessen der Landwirte erhöht werden. Dies kann durch technologische Innovation im Bereich von Informations- und Kommunikationstechnologien geschehen, wie sie bereits an einigen Stellen in der Landwirtschaft verwendet werden. Denn diese Technologien ermöglichen eine Verbindung von den Komponenten Mensch, Dienstleistung, Ressource und Produktion.

Diese Technologien werden in der Landwirtschaft als Smart Farming bezeichnet.

Smart Farming Geräte sind in der Lage Informationen zu erfassen, zu verarbeiten und daraufhin autonome Entscheidungen zu treffen. Der Landwirt übernimmt somit nur die kontrollierende und überwachende Rolle. Durch den Einsatz von Smart Farming Geräten, die beispielsweise automatisiertes Zählen ermöglichen, kann der Landwirt in Bezug auf seine bürokratischen Pflichten entlastet werden. Es können aber auch Krankheiten oder Verhaltensänderungen der
Nutztiere frühzeitig erkannt und somit beispielsweise der Einsatz der viel kritisierten Antibiotika passender und damit effizienter und regulierter gesteuert werden.
Nicht zuletzt unterstützt Smart Farming auch die Entwicklung von Strategien, die das Tierwohl fördern.
 



Akzeptanz- und Ökonomiefragen zu Tierwohl und Smart Products in der deutschen Landwirtschaft
Akzeptanz- und Ökonomiefragen zu Tierwohl und Smart Products in der deutschen Landwirtschaft
Sirkka Schukat
Autor
ISBN-13 (Printausgabe): 978-3-73697-537-8
ISBN-13 (E-Book): 978-3-73696-537-9
Price_print
EUR 113,88
Price_ebook
EUR 80,28
01.12.2021

▲ nach oben springen