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Tax Compliance Management System als systematischer Vorsatzausschluss bei innergemeinschaftlichen Lieferungen

Printausgabe
EUR 59,90

E-Book
EUR 41,90

Tax Compliance Management System als systematischer Vorsatzausschluss bei innergemeinschaftlichen Lieferungen

Ein Modell de lege ferenda

Daniela Bick (Autor)

Vorschau

Leseprobe, PDF (300 KB)
Inhaltsverzeichnis, PDF (200 KB)

Ausgehend von der in den 1980er-Jahren diagnostizierten „Steuermoral einer Bananenrepublik“ untersucht der Text die heutige Problematik der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit innergemeinschaftlichen Lieferungen innerhalb der Europäischen Union. Während frühere Fälle eindeutige Vorsatzhandlungen (bewusste Steuerhinterziehung) betrafen, stellt sich seit der Einführung des europäischen Binnenmarktes 1993 ein anderes Bild dar: Die komplexen Regelungen und Nachweispflichten im Umsatzsteuerrecht führen dazu, dass auch redliche Unternehmer leicht in den Verdacht der Steuerhinterziehung geraten können.

Die Umsatzsteuerbefreiung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen birgt hohe Betrugsrisiken (z. B. Umsatzsteuerkarusselle), verursacht europaweit Milliardenschäden und veranlasst den Gesetzgeber zu immer strengeren Anforderungen. Diese sind jedoch teils so schwer erfüllbar, dass selbst korrekt handelnde Unternehmer Gefahr laufen, wegen bedingten Vorsatzes (dolus eventualis) strafrechtlich belangt zu werden.

Die Untersuchung widmet sich daher folgenden Schwerpunkten:

  • Darstellung der aktuellen Rechtslage zu innergemeinschaftlichen Lieferungen (§ 6a UStG) und den seit 2020 geltenden „Quick Fixes“.
  • Analyse typischer Fehlerquellen in der Praxis (z. B. fehlerhafte USt-IdNr., mangelhafte Gelangensbestätigungen, unvollständige Meldungen).
  • Strafrechtsdogmatische Betrachtung der Vorsatzproblematik bei § 370 AO, insbesondere der Dominanz des Wissenselements.
  • Entwicklung von Compliance-Maßnahmen zur Vermeidung von Steuerstrafrisiken, gestützt auf nationale und internationale Modelle.

    Abschließend werden konkrete Reformvorschläge präsentiert, um rechtstreuen Unternehmern mehr Sicherheit zu geben:

  • Einführung einer Vermutungsregelung (§ 370 Abs. 7 AO),
  • Zertifizierungssystem (§ 153a AO),
  • Rechtsverordnung mit detaillierten Pflichten,
  • sowie einheitliche Strafverfolgungsstandards in der AStBV.

    Ziel der Arbeit ist ein Paradigmenwechsel: weg von der strafrechtlichen Sanktionierung unbeabsichtigter Fehler, hin zu einer präventiven, compliance-orientierten Steuerrechtskultur, die rechtstreues Verhalten fördert und gleichzeitig effektive Betrugsbekämpfung ermöglicht.

    ISBN-13 (Printausgabe) 9783689524289
    ISBN-13 (E-Book) 9783689524296
    Buchendformat A5
    Sprache Deutsch
    Seitenanzahl 194
    Umschlagkaschierung glänzend
    Auflage 1
    Erscheinungsort Göttingen
    Erscheinungsdatum 06.01.2026
    Allgemeine Einordnung Dissertation
    Fachbereiche Rechtswissenschaft
    Schlagwörter Steuerhinterziehung, Steuermoral, Steuerbetrug, Umsatzsteuer, Compliance, Prävention, Gesetzgebung, Strafrecht, Vorsatz (dolus directus / dolus eventualis), Steuerfreiheit, Nachweispflichten, Binnenmarkt, Europäische Union, Fiskus, Systemische Schwächen, Umsatzsteuerkarusselle, Steueranspruchstheorie, Blankettstraftatbestand