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Zwischen Grab und Anatomisaal

Printausgabe
EUR 68,15

E-Book
EUR 47,60

Zwischen Grab und Anatomisaal (Band 28)

Das "Diary of a Resurrectionist" (1811–1812) und die Praxis des Londoner Leichenhandels

Anna Post (Autor) ORCID ISNI

Vorschau

Leseprobe, PDF (230 KB)
Inhaltsverzeichnis, PDF (150 KB)

Zwischen Grab und Anatomiesaal führt in das London des frühen 19. Jahrhunderts, in eine Zeit, in der der wachsende Bedarf an Leichen für die anatomische Ausbildung auf streng begrenzte legale Bezugsquellen traf. In dieser Versorgungslücke entstand ein illegaler und hoch organisierter Handel mit frisch exhumierten Leichen.

Im Fokus steht hierbei das Diary of a Resurrectionist (1811–1812), ein außergewöhnliches Selbstzeugnis aus dem Umfeld professioneller Leichenräuber, in dem Exhumierungen, Auslieferungen und Bezahlungen in knappen, alltagsnahen Notizen dokumentiert wurden. In Beziehung gesetzt wird dieses Tagebuch mit den Aussagen des anonymen Zeugen „C. D.“ vor dem Select Committee on Anatomy von 1828, bei dem es sich vermutlich um den Autor des Tagebuchs handelt. Beide Quellen eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf denselben illegalen Markt: als interne Dokumentation alltäglicher Praxis und als retrospektive Darstellung im Kontext parlamentarischer Reformdebatten.

Auf dieser Grundlage werden die Praktiken, Netzwerke und ökonomischen Strukturen des Londoner Leichenhandels rekonstruiert und die Frage gestellt, wie sich beide Quellen gegenseitig bestätigen, ergänzen oder relativieren. Dabei wird sichtbar, wie eng medizinische Ausbildung, rechtliche Grauzonen, soziale Ungleichheit und moralische Konflikte miteinander verflochten waren. Leichenraub erscheint hier nicht bloß als makabres Randphänomen oder kriminelle Abweichung, sondern als funktionaler Bestandteil einer medizinischen Infrastruktur, die öffentlich verurteilt und zugleich praktisch benötigt wurde. Das Buch eröffnet einen Blick auf die Schattenseiten der modernen Anatomiegeschichte und auf menschliche Körper, die zwischen Grab und Anatomiesaal zur umkämpften Ressource wurden.

Die zugrunde liegende Masterarbeit wurde im Wintersemester 2025/2026 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit dem Preis des Freundeskreises Geschichte für die beste Masterarbeit im Fach Geschichte ausgezeichnet.

ISBN-13 (Printausgabe) 9783689525552
ISBN-13 (E-Book) 9783689525569
DOI 10.61061/ISBN_9783689525552
Buchendformat A5
Sprache Deutsch
Seitenanzahl 206
Umschlagkaschierung matt
Auflage 1.
Buchreihe Düsseldorfer Texte zur Medizingeschichte
Band 28
Erscheinungsort Göttingen
Erscheinungsdatum 22.06.2026
Allgemeine Einordnung Master Theses
Fachbereiche Geschichtswissenschaften
Humanmedizin
Schlagwörter Leichenraub, Body Snatching, Grabräuberei, grave robbery, Leichenhandel, anatomischer Leichenhandel, Anatomical Corpse Trade, Leichenbeschaffung, Exhumierung, exhumation, Leichnam, dead body, Tod, death, Friedhöfe, Resurrection Men, Resurrectionists, London Borough Gang, Joseph Naples, Diary of a Resurrectionist, Selbstzeugnis, London, Großbritannien, frühes 19. Jahrhundert, Medizingeschichte, History of Medicine, Anatomiegeschichte, medizinische Ausbildung, medical education, Sektion, Kriminalitätsgeschichte, Kriminalität, Anatomiegesetzgebung, Murder Act 1752, Anatomy Act 1832, Select Committee on Anatomy, parlamentarische Reformdebatte,quantitative Quellenanalyse, Tagebuchanalyse, Quellenvergleich